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Neue Studie zur Streitbeilegung


Prof. Dr. Roland Fritz M.A. - 10. September 2019

Rund 400 Unternehmen haben sich an der Studie Streit 2.0 der IHK Frankfurt beteiligt, die diese in Zusammenarbeit mit dem Institut für Vertragsgestaltung und Konfliktlösung (IVK) der Frankfurt University of Applied Sciences durchgeführt hat. Die Ergebnisse der Studie – inhaltlich wir graphisch sehr gut aufgearbeitet und von den Autoren in zehn Thesen gegossen – können auf der Webseite der IHK Frankfurt eingesehen werden (https://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/streitbeilegung/umfrage/index.html).

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Obwohl die meisten Unternehmen die Methoden der außergerichtlichen Konfliktlösung als sehr wirksam einschätzen, nutzen sie diese im Streitfall eher zurückhaltend.

Beispielhaft sei an dieser Stelle die Frage dargestellt, welche Voraussetzungen nach Meinung der Unternehmen erfüllt sein müssten, um außergerichtliche Streitbeilegung überhaupt oder besser nutzen zu können: Informationen zum Verfahren wurden von 59 % der Befragten benannt, geringe Kosten von 50 %, Effektivität der Rechtsdurchsetzung von 46 %, Schutz von Geschäftsgeheimnissen von 45 %, Nachweise für das Funktionieren der Verfahren von 41 % und Zugang zu einem praxisbewährten Dienstleister von 31 % (Mehrfachnennungen waren möglich).

Ganz offensichtlich ist hier Überzeugungsarbeit gefragt – von Politikern, Verbänden und Mediatoren. Dabei sollten die Informationen attraktiv gestaltet sein, um die Unternehmen zu erreichen und zu interessieren, bspw. auch durch Erfolgsgeschichten und Fallbeispielen mit Kosten- und Verfahrenstransparenz. Denn auch beim Umgang mit Konflikten gilt, worauf die Autoren zutreffend hinweisen: Wandel braucht Zeit und Transparenz!

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Prof. Dr. Roland Fritz M.A.

Zertifizierter Mediator, WirtschaftsMediator, Supervisor
Rechtsanwalt


Der Autor Prof. Dr. Roland Fritz verfügt über eine lange juristische Karriere. Er war als Richter tätig, arbeitete einige Jahre beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, wurde Präsident des Verwaltungsgerichts Gießen, später Präsident des Verwaltungsgerichts in Frankfurt/Main und ist seit 2002 ebenfalls Honorarprofessor an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 2013 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Roland Fritz ist Absolvent des Master-Studiengangs Mediation an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er war seit 2006 als gerichtlicher Mediator in der hessischen Verwaltungsgerichtsbarkeit aktiv und ist nun als freiberuflicher Mediator, Supervisor und Trainer für Richter, Rechtsanwälte sowie Studenten tätig.

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